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Gobalisierungs- und Konsumkritik
Schrumpftum statt Wachstum!
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                        Auf dieser Seite:
                1) Links zum Thema
                2) Schrumftum / la décroissance
                3) Antipub / Aktionen gegen Werbung und die Konsummgesellschaft
                4) Containern

                5) Reclaim the street: Die Stadt vertikal erkunden, statt Schaufensterbummeln
                6) Gegen G8 in Eichhörnchen-Manier
Sonntaz 5. und 6. Dezember 2009
Antiatom-aktuell Ausgabe Dezember 2009

Kreativer Strassenprotest
BAP (Französisch)
Antipub.net (Französisch)

 Der Begriff:
"Décroissance", eine genaue treue Übersetzung dieses Begriffes gibt es bislang nicht. Das Wort wird aus dem negativen Präfix ?? (etwa ?ab?) und aus "croissance" (Wachstum) abgeleitet. Man spricht von ?Wachtumsgegner?, von ?Wachstumsrücknahme?, von ?negativem Wachstum?... Was aber nicht genau der französische Begriff entspricht. Der Begriff ?Décroissance? wurde erfunden nachdem Begriffe wie ?Nachhaltige Entwicklung? ihren Sinn verloren haben, indem sie von verschiedenen Lobbys übernommen wurden. (Der Atom-Stromkonzern EDF wirbt z.B für nachhaltige Entwicklung mit Atomkraft). Der Begriff ?Décroissance? ist viel weitgehender und stellt die Konsumgesellschaft richtig in Frage. Ich plädiere auf Deutsch für das Wort Schrumpftum. "schrumpf" ist etwa der Gegensatz von "wachs". "Tum" wurde eben vom Wort "Wachstum" übernommen.

Schrumpftum, worum geht es?

In so genannten entwickelten Gesellschaften wird viel Wert auf materiellen Gegenstände gelegt, ohne dass hinter gefragt wird, ob diese Gegenstände wirklich nützlich und unverzichtbar sind. Wer Geld hat und vieles besitzt ist guter Bürger. Die Wirtschaft profitiert davon. Die gesellschaftliche Ordnung basiert auf Wachstum und Anhäufung von Waren.
Aber der ewige Wachstum ist nicht möglich. Wir leben in einer endlichen Welt. Die Grundressourcen sind begrenzt. Wachstum- und Kapital-Sucht führen zur Ungerechtigkeit, zur Ausschöpfung der Ressourcen, zur Umweltzerstörung. Das sind die Grundgedanken, die Menschen dazu bewegen für die ?Décroissance? zu kämpfen. Es geht darum weniger zu konsumieren und anders zu leben. Die Menschen leben zum Beispiel in einer Kommune. Sie fliegen nicht ans andere Ende der Welt in den Ferien und verzichten auf das Auto im Alltag, u.a. aus ökologischen Gründen. Sie kaufen aus der Gegend stammenden Produkte. Menschliche Kontakte ersetzen materielle Sachen wie Fernseher. Sie basteln selbst (Mensch kann ja selbst gebackene Kuchen zu Weihnachten schenken, statt alles zu kaufen). Ihnen ist es auch wichtig miteinander auszutauschen und ihre Ideen nach Außen zu tragen. In Juni 2005 [und die Jahren danach] fand zum Beispiel eine 1-Monat lange Marsche für die Décroissance durch Frankreich statt. Hunderte sind von Dörfern zu Dörfern gewandert und haben die Gelegenheit genutzt mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. Es gibt auch zahlreiche Zeitschriften wie ?Casseurs de pub? (Werbungsbrecher), ?La décroissance?, etc...
Direkte offene Aktionen des zivilen Ungehorsams auf der Strasse sind auch wichtig, um die Bevölkerung zu informieren und zum Nachdenken zu bringen. Es geht auch darum das System direkt anzugreifen. Aktionen gegen Werbung finden zum Beispiel in unterschiedlichen Formen oft statt. An den Aktionen beteiligt sich frankreichweit ein breites Spektrum von AktivistInnen : Studenten, Künstler, Arbeitslose, Erwerbstätige, Jugendliche und älteren Menschen. (Quelle Indy-Text von 2005)
Was ist unter Antipub, bez. Aktionen gegen Werbung (Adbusting im Englischen) zu verstehen?
Die ?Antipub? Bewegung (Werbungsgegner) übt durch direkten Aktionen (Adbusting, Kauf Nix Tag, ...) vielfältigen Widerstand gegen Wachstumideologie und Konsumwahn. Die Wurzel meines politischen Engagement sind in der französischen Antipub-Bewegung zu suchen. Als BWL-Studentin (Schwerpunkt internationale Wirtschaft) habe ich mich damals für die Ideen der Schrumpftum und der Konsumkritik besonders interessiert. Durch mein Studium habe ich mich mit den Mechanismen von (internationaler) Wirtschaft, Kapitalismus, Liberalismus näher beschäftigt. Mir war schnell klar, dass die Wachstumideologie "immer mehr", zur sozialen und ökologischen Sackgasse führt. Krieg um Ressourcen, Ausgrenzung, etc.
In Frankreich war zu dieser Zeit die Antipub-Bewegung besonders stark, wie aus den Berichten aus den Jahren 2003-2005 (siehe unten) zu entnehmen. Heute noch ist sie aktiv. Aktionen gegen Werbung sind eine Möglichkeit gegen den Konsumwahn zu kämpfen und auf die Verschwendung von Ressourcen aufmerksam zu machen.

Frankreich
*Selbstverfasste Texte
Konsum- und Wachstumkritik, (Indy), 17.12.2005
Ziviler ungehorsam gegen Werbung in Frankreich, 04.05.2005
Aktionen gegen Werbung (Indy), 02.12.2003
Interview mit Elisabeth Moy (grünes Blatt, März 2009)

*Weitere Texte
- Aus der Presse
Schmierfinken gegen "Werbeterror" (FAZ), 29.01.2004

Deutschland
Papierflut-Aktion 2008 in HH (Initiative von Robin-Wood, BUND und Konsumensch HH)

    * Containern:


- Was ist containern? Warum containern?

Containern ist eine Praxis, Lebensmittel kostenlos zu organisieren, die mittlerweile innerhalb verschiedenster Szenen genutzt wird. Dabei werden Produkte angeeignet, die in der kapitalistischen Verwertung abfallen, da sie geringe Normmängel haben oder bei denen das Mindestverkaufs- resp. Mindestverkaufshaltbarkeitsdatum bald abläuft und in der Folge nicht mehr regulär verkauft werden dürfen. Da das Mindestverkaufsdatum jedoch meist sehr eng gesteckt ist und lediglich angibt, bis wann der Hersteller den regulären und somit kommerziellen Verkauf von Lebensmitteln zuläßt, damit keinerlei sichtbare, geschmackliche oder andere Qualitätseinbussen zu erwarten sind, lassen sich Lebensmittel 'auf jeden Fall' ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen sowie gesundheitliches Risiko auch über das Mindestverkaufs- resp. Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verzehren.

Erkömmlicherweise wird ein Mensch durch ökonomische Realitäten zum Containern gezwungen. In den 90er Jahren entsprang der Antiglobalisierungs- und Erdbefreiungsbewegung dann der Freeganismus, ein Anti-Konsum-Lebensstil, der das Containern als politisches Statement verbreitete.

"Es geht darum, ein Überleben zu sichern, ohne die konventionelle Wirtschaft zu unterstützen und ein Minimum an Ressourcen zu verbrauchen. Freegane Grundsätze sind Grosszügigkeit, Solidarität, Freiheit, Kooperation und Teilen - sie stehen im krassen Gegensatz zu den Prinzipien unserer Gesellschaft, wie Materialismus, moralische Apathie, Wettbewerb, Konformität, Gier..." Quelle: http://dumpsterdivech.blogspot.com/

Containern ist auch Teil einer ökologischen Bemühung um einen Lebensstil, für den möglichst wenige Ressourcen aufgewandt werden, denn die weggeworfenen Güter sind aus dem Verwertungskreislauf der kapitalistischen Volkswirtschaft ausgeschieden; ihre Produktion wird nicht unterstützt. Mit diesem Argument wird auch der vegane Anspruch hinter dem Containern gestützt: während Tonnen von Tierprodukten weggeworfen werden, ist der Gebrauch oder Verzehr dieser Produkte nicht mit ökonomischer Gratifikation verbunden. Das Prinzip des Veganismus als Boykott von Tierprodukten lässt sich so erfüllen. Kritisch hingegen sind viele Tierrechtsaktivist_Innen gegenüber der Tatsache, dass gegen Aussen gewissermassen der Eindruck vermittelt wird, dass der Konsum von Tierprodukten unproblematisch sei.

In Deutschland kann selbst Abfall noch einem Eigentümer zuzurechnen sein, so dass diese Handlung rechtlich ein Diebstahl ist. Bei Entdeckung durch Mitarbeiter wird allerdings meist nur ermahnt, zumal sich die nur selten eingeschaltete Polizei wenig für einen Diebstahl von „wertloser“ Ware interessiert. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn viele Supermarktbetreiber_Innen o.ä. befürchten Gewinneinbussen durch Dumpsterdiver_Innen, weswegen sie dafür sorgen werden, dass es beim nächsten Mal nicht so einfach ist, sollten sie Hinweise für eine solche Aktion entdecken.



- ein paar Links:

Hintergründe gibt es hier:
http://lebensmittelvernichtung.de.vu
http://deu.anarchopedia.org/Containern

Filme und Bilder:
http://www.tastethewaste.com
http://container.blogsport.de

- Wenn der Staat Menschen wegen Mülldiebstahl verfolgt...
Containerprzess in Tübingen (eingestellt gegen Auflage)
Containerprozess in Bad Oldesloe (eingestellt gegen Auflage)
Containerprozess in Dübbel (eingestellt, oder Angebot der StA für eine Einstellung unter Auflagen)
Keksprozess in Lüneburg (LG Behörden zeigen absolute Veruteilungswille...)
Tag 1 : Richterin hatte nicht so viel Gegenwehr erwartet... LZ, Abendblatt, Indymedia
Tag 2: Verteidigerin in der Person der Eichhörnchens unbequem-> Genehmigung als Verteidigerin wird zurück genommen... Indymedia
Tag 3: Zeugenvernehmung und Verurteilungswille einer Richterin die keine Pinkelpause genehmigt... Indymedia, LZ
Tag 4: Urteil im Name des Kapitalismus und Rechtsverdrehung: Hausfriedensbruch trotz offenem Tor weil es Nachts war! PM , TAZ, Abendblatt
Berufung vor dem Landgericht Lüneburg:   9.1.2012 ; Di 17.1.  ; Do. 26.1. und Di. 31.1.  jeweils um 9:15 Uhr
Gut, ist schwierig zu klassifiezieren, unter welchem Begriff/Thema die Aktion einzuordnen ist... Ich bin wie meine Homepage, etwas chaotisch!
bild von mir
* Dem Kapitalismus auf der Nase herumtanzen und Normen in Frage stellen: Beklettern von Hochhäusern in Frankfurt (Jan. 09)

Der Jukss fand in Frankfurt statt. Ein  buntes selbstverwaltetes Kongress mit netten Menschen, interessanten Workshops und Freiräume zum Ausprobieren und Utopien verwirklichen. Ich bin selten  in Frankfurt. Die Geld-Hauptstadt finde ich ja  nicht besonders attraktiv: riesige hässliche Hochhäuser, kaum Grünfläche, Flughafen und Lärm, kapitalistische Einrichtungen ohne Ende. Ein Gegensatz zu machbaren Utopien de Selbstverwaltung, eines Leben im Einklang mit der Natur. Als leidenschaftliche Kletterin bin ich also auf die Idee gekommen, die Stadt symbolisch durch das Beklettern von Gebäuden ein Stück zurück zu erobern. Klettern am Skyper, am Hauptbahnhof... Reclaim your area!
Weiter lesen unter Aktionen


  • Gegen G8 und andere Gipfel bin ich auch engagiert...Protest gegen G8 an Hausfassade
Hausfassade in HH